Presse Archiv 2010    
IVD-Marktbericht: Immobilienpreise in Bayern ziehen in allen Segmenten an

München: steigende Tendenz bei allen Objekttypen

Das IVD - Marktforschungsinstitut des IVD Süd e.V. hat am 08.06.2010 auf einer Pressekonferenz den traditionellen Frühjahrsmarktbericht „Wohnimmobilien-Kaufobjekte“ Bayern vorgelegt. Der Bericht gibt Auskunft über aktuelle Preise sowie Markttrends auf dem bayerischen Kaufimmobilienmarkt und kann über www.ivd-sued.net erworben werden.

„Die anhaltende Wirtschaftskrise und historisch niedriges Zinsniveau sowie fehlende Anlagealternativen rücken die Immobilien immer mehr in den Fokus der Kapitalanleger“, berichtet Prof. Stephan Kippes vom IVD Marktforschungsinstitut, „selbst Investoren die vordergründig im Gewerbebereich ihr Kapital anlegen, entdecken derzeit den Wohnimmobilienmarkt als attraktive Anlagemöglichkeit.“ „Die Griechenlandkrise hat dieser Entwicklung“, so Prof. Kippes, „eine weitere Dynamik gegeben.“

„Ausgehend von der guten Wohnlage bzw. dem guten Wohnwert verzeichneten“, so IVD-Vorstandsmitglied Günter Gültling, „die Immobilienpreise in Bayern im Frühjahr 2010 bei allen Objekttypen Preissteigerungen.“ Diese lagen, so Günther Gültling, bei den Baugrundstücken für Einfamilienhäuser bei +3,9%, bei dem Geschossbaugrund bei +9,2%, bei freistehenden Einfamilienhäusern bei +3,5% und bei den Reihenmittelhäusern bei +3,9%. Etwas gemäßigter fiel der Zuwachs bei den Doppelhaushälften (+1,8%), Eigentumswohnungen aus dem Bestand (+2,5%) sowie Eigentumswohnungen/Neubau (+0,5%) aus.

Die Preisentwicklung in Oberbayern verlief parallel zum gesamtbayerischen Trend. So legten die Baugrundpreise für Geschossbau um +7,8% und für Einfamilienhäuser um +4,3% zu. Preise für Reihenmittelhäuser verzeichneten einen Anstieg von +6,0% und die Preise für Eigentumswohnungen / Bestand +4,2%. Etwas verhaltener war der Aufwärtstrend bei den Eigentumswohnungen/Neubau (+1,5%) und bei den freistehenden Einfamilienhäuser (+1,1%). Die Kaufpreise für Doppelhaushälften blieben in Oberbayern auf dem Niveau vom Herbst 2009.

„Bei einer Analyse der aktuellen Marktsituation ist festzustellen, dass sich der Markt in Bayern und speziell in München in Relation zu vielen anderen Märkten im nationalen und internationalen Bereich relativ gut behaupten konnte“, so Prof. Stephan Kippes, „hier kommt die Tatsache zum Tragen, dass Süddeutschland dank seiner breit diversifizierten Wirtschaftsstruktur sowie den vielen hochinnovativen und international wettbewerbsfähigen Unternehmen insgesamt wirtschaftlich gut aufgestellt ist und nicht allein an einem großen Arbeitgeber ausgerichtet ist.“

Die Nachfrage von Immobilieninteressenten ist derzeit ungebrochen, wenn auch teilweise potentielle Käufer auf Grund von Kurzarbeit bzw. Arbeitsplatzunsicherheit ausfallen. Diese werden durch Privatanleger, die Geld in Immobilien umschichten wollen, klar überkompensiert, wobei diese teilweise bereit sind einen hohen Eigenkapitalanteil bei der Finanzierung der Immobilie einzusetzen. Marktstabilisierend wirkt sich auch das derzeit niedrige Zinsniveau aus.

Betrachtet man die Preisentwicklung in den bayerischen Groß- und Mittelstädten, so konnte sie allgemein als stabil bezeichnet werden.

Die Landeshauptstadt München verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr Preissteigerungen bei allen Objekttypen. Am stärksten stiegen die Baugrundpreise für Einfamilienhäuser (+4,3%) sowie für Geschossbau (+3,5%). Doppelhaushälften verzeichnen einen Anstieg von +4,0%, freistehende Einfamilienhäuser +1,3% und Reihenmittelhäuser von +1,1%. Die Preise für Eigentumswohnungen aus dem Bestand legten im Vergleich zum Herbst 2009 im Durchschnitt um +3,2% und die Eigentumswohnungen/Neubau um +2,6% zu.

In Aschaffenburg herrscht ein Verkäufermarkt. Die Nachfrage nach preiswerten Eigenheimen ist ungebrochen stark. Dies schließt auch Reihenhäuser und Doppelhaushälften ein. Stark nachgefragt werden auch Einfamilienhäuser des gehobenen Preissegments. Eine sehr gute Nachfrage verzeichnen derzeit hochwertige Eigentumswohnungen in guten Lagen. Kleinere Wohnungen mit 1 bis 2 Zimmern sind ausreichend vorhanden. Die Nachfrage ist hier jedoch nur durchschnittlich. Wohnungen in sehr guten Lagen, bzw. im Stadtkern, der Altstadt oder am Godelsberg bewegen sich auf einem höheren Preisniveau.

Der Immobilienmarkt in Passau ist durch den Käufer der klassischen Bedarfsimmobilie geprägt. Gesucht werden vor allem Reihenhäuser, Doppelhaushälften sowie Eigentumswohnungen. Auch bei den Kapitalanlegern werden diese Objekttypen am häufigsten nachgefragt.

Aufgrund der verstärkten Nachfrage der Kapitalanleger steigt auch in der Region Nürnberg-Erlangen-Fürth die Nachfrage im Wohnimmobilienbereich. Diese Entwicklung zieht steigende Preise nach sich.

Der Immobilienmarkt in Neu-Ulm kann sich trotz der Finanzkrise gut behaupten. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien ist nach wie vor stabil. Ähnlich wie in anderen Groß- und Mittelstädten hat die Nachfrage der Anleger auch in Neu-Ulm stark zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte ein stabiles bis leicht steigendes Preisniveau bei den meisten Kaufobjekttypen festgestellt werden.

Aufgrund der ausgezeichneten Zukunftsperspektiven verzeichnet Ingolstadt seit Jahren positive Wanderungssalden. Durch den Zuzug einerseits und in den letzten Jahren nachlassende Bautätigkeit andererseits herrscht derzeit ein Nachfrageüberhang, welcher zu steigenden Kaufpreisen führt.

Im Einzelnen berichtete Prof. Stephan Kippes von folgenden Trends, bezogen auf den Frühjahr 2010:

· In allen untersuchten bayerischen Großstädten lag der Baugrundanteil im Frühjahr 2010 bei über 50,0%. Ein Baugrundanteil von rund 66,0%, wie er in München, Nürnberg und Ingolstadt zu verzeichnen ist, bedeutet dass ein Bauherr zwei Drittel der gesamten Kosten für den Baugrund investieren muss. In Regensburg lag der Baugrundanteil bei 58,0% und Erlangen bei 55,0%. In Augsburg und Würzburg ist das Verhältnis zwischen dem Preis für Baugrund und Gebäude mit 54,0% etwas ausgeglichener.

· Trotz eines Rückganges von -9,9% wurde in Bayern im Jahr 2009 mit 26,13Mrd.€ im langfristigen Vergleich ein hohes Umsatzniveau erreicht, das sogar leicht über dem Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2005 lag. Mit einem Geldumsatz von 6,5Mrd. konnte in München 2009 das Vorjahresergebnis um 1Mrd.€ übertroffen werden. Federführend hierfür war der Wohnungsmarkt. Gerade für kleine und große Investoren, die auf der Suche nach einer sicheren Anlage sind, erwies sich der Münchner Immobilienmarkt als äußerst attraktiv.

· Trotz eines Anstiegs von +2,9% im Vergleich zum Vorjahr, liegt die Baugenehmigungszahl historisch gesehen auf einem sehr niedrigen Niveau. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 31.621 Wohneinheiten genehmigt. Die Veränderung im 10-Jahrevergleich liegt hier bei -52,1%. Die Zahl der Baufertigstellungen ging im Vergleich zum Vorjahr um -13,6% zurück. Insgesamt wurden 31.773 Wohnungen fertig gestellt.

· Das Zinsniveau ist nach wie vor sehr günstig. So lag der Zinssatz für grundschuldgesicherte Darlehen mit einer Laufzeit von über 10 Jahren im Februar 2010 bei 4,34% (Dezember 2009: 4,60%). Die Zinshöhe der Kredite mit einer Zinsbindungsdauer von 1 bis 5 Jahren lag bei 3,67% (Vorjahresmonat 4,33%). Von den derzeit niedrigen Bauzinsen können nicht nur diejenigen profitieren, die derzeit bauen oder eine Immobilien erwerben möchten, sondern auch Immobilienbesitzer mit einem laufenden Kredit dessen Zinsbindung ausläuft. Denn wer vor 10 Jahren einen Kreditvertrag abgeschlossen hat, zahlte über 6% und damit deutlich mehr als heute.
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Prof. Dr. Stephan Kippes
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