PN 50 - IVD-Institut präsentiert „CityReport Ingolstadt 2020“

06.08.2020 Preisniveau für Mietwohnungen deutlich rückläufig

Der soeben veröffentlichte „CityReport Ingolstadt 2020“ analysiert die Marktentwicklung auf dem Wohnimmobilienmarkt der Stadt und gibt Auskunft über das aktuelle Kauf- und Mietpreisniveau.

„Der Ingolstädter Wohnimmobilienmarkt kennzeichnet sich weiterhin durch ein sinkendes Preisniveau“, so Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungs-instituts. „Wurde bis vor kurzem noch der Dieselskandal in der Automobilbranche als die treibende Kraft dieser Entwicklung identifiziert, so macht sich vermehrt auch die vorausschauende Wohnraumpolitik der jüngsten Vergangenheit bemerkbar.“

Während die anderen bayerischen Großstädte über die vergangenen fünf Jahre durchwegs ansteigende Preise auf den lokalen Wohnimmobilienmärkten verzeichnen, so nimmt Ingolstadt diesbezüglich eine Sonderrolle ein. Zwischen Frühjahr 2015 und Frühjahr 2020 sind stark gegenläufige Bewegungen zu erkennen. Während das Miet- und Kaufpreisniveau - von hohen Basiswerten ausgehend - bis Frühjahr/Herbst 2018 moderat bis deutlich zulegte, stellten sich ab diesem Zeitpunkt, vor allem infolge des „Dieselskandals“ rund um den Automobilkonzern Audi, sinkende Preise ein. Über den gesamten Betrachtungszeitraum zwischen Frühjahr 2015 und Frühjahr 2020 verteuerten sich Eigentumswohnungen aus dem Bestand um +26 % und freistehende Einfamilienhäuser um +18 %. Die Mieten für Bestandswohnungen sanken hingegen um -8 %.

Auch im Vergleich zum Herbst 2019 ist im Frühjahr 2020 ein weiterer Preisverfall am Kaufmarkt zu beobachten. Eigentumswohnungen kosteten im Bestand im Durchschnitt 3.520 €/m² (-1,1 %) und im Neubau 4.490 €/m² (-0,9 %). Die durchschnittlichen Kaufpreise pro Objekt betrugen für freistehende Einfamilienhäuser 613.000 € (-2,2 %), für Doppelhaushälften aus dem Bestand 551.000 € (-0,4 %) und für Reihenmittelhäuser aus dem Bestand 443.000 € (-0,9 %) (jeweils im guten Wohnwert).

Aus dieser Tendenz der sinkenden Preise heraus brechen neuerrichtete Doppelhaushälften - diese verteuerten sich im Frühjahr 2020 gegenüber Herbst 2019 im guten Wohnwert um +3,0 % auf 609.000 €.

„Im 1.Quartal 2020 wurde die intensive Wohnraumentwicklung aus den vergangenen Jahren seitens der Stadt weiter vorangetrieben, um dem zunehmenden Einwohnerwachstum Rechnung zu tragen“, erklärt Roland Stieren vom IVD-Mitgliedsunternehmen Immobilienberatung Roland Stieren in Ingolstadt. „Vor allem im Bereich der Mietwohnungen spiegelt sich die Beruhigung am Markt wider.“

Die Mieten im Frühjahr 2020 lagen im Durchschnitt bei 9,50 €/m² für Altbauwohnungen (-6,9 % gegenüber Herbst 2019), 10,10 €/m² für Bestandswohnungen (-8,2 %) und 11,60 €/m² für Neubauwohnungen (-8,7 %) (jeweils im guten Wohnwert).

Die vorgestellten Marktpreise wurden kurz vor Beginn der Corona-Pandemie erhoben. Zusätzlich hat das IVD-Institut in einer separaten Erhebung ein Stimmungsbild der IVD-Mitglieder (Immobilienberater, Makler, Sachverständige und Verwalter) in Süddeutschland eingeholt. Während die Krise auf der einen Seite schwerwiegende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt bzw. die gesamtwirtschaftliche Lage und somit einen preisdämpfenden Einfluss mit sich bringt, steht auf der anderen Seite ein weiterhin ungebrochen hoher Bedarf nach Wohnraum sowie in Folge dessen auch das Bestreben von Investoren, Geld im sicheren Hafen von Immobilien anzulegen. Diese divergierenden Kräfte werden die Dynamik auf dem Wohnimmobilienmarkt zumindest mittelfristig etwas reduzieren.

 

 

Ausführliche Informationen zu Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt und aktuellen Preisen für Wohnimmobilien können dem „CityReport Ingolstadt 2020“ entnommen werden. Dieser und weitere CityReporte für Groß- und Mittelstädte Bayerns sind im IVD-Onlineshop unter www.ivd-sued-shop.de erhältlich. Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an das IVD-Institut (info@ivd-institut.de, Tel. 089/29082020).

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