PN 86 - IVD-CityReport Stuttgart Herbst 2018: Preiszuwächse bei Immobilien im Kaufbereich höher als im Mietbereich

18.10.2018 Tendenziell gedämpfte Preissteigerung in Stuttgart

Das Marktforschungsinstitut des Immobilienverbandes Deutschland IVD Süd e.V. hat am 18. Oktober 2018 auf einer Pressekonferenz den traditionellen "CityReport Stuttgart Herbst 2018" vorgestellt. "Die Aufwärtsbewegung bei den Miet- und Kaufpreisen setzt sich im Herbst 2018 in Stuttgart weiter fort, allerdings kann eine deutliche Tendenz zu abgeschwächten Preisanstiegen beobachtet werden", so Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungs-instituts. "Der Grundstücksmarkt mit seinen relativ stark steigenden Preisen stellt hier eine Ausnahme da."

Während die Baugrundstücke für Ein- oder Mehrfamilienhäuser um 5 % im Halbjahresvergleich gestiegen sind, liegen die Kaufpreiszuwächse in den anderen Segmenten des Wohnimmobilienmarkts teilweise deutlich darunter. Der Stuttgarter Grundstücksmarkt zeichnet sich nach wie vor durch einen enormen Nachfrageüberhang aus. Ein Angebot ist speziell auch aufgrund der mangelhaften Baulandsituation kaum vorhanden. Die Preise für Baugrundstücke für Einfamilienhäuser liegen im Herbst 2018 durchschnittlich bei 1.180 €/m² und für Baugrundstücke für Geschossbau bei 1.550 €/m² (jeweils gute Wohnlage).

"Das Preisniveau bei Eigentumswohnungen aus dem Bestand zog in Stuttgart im Herbst 2018 im Vergleich zum Frühjahr 2018 um +4,2 % auf 4.480 €/m² an", so Prof. Stephan Kippes. "Für eine neugebaute Eigentumswohnung wird derzeit ein Quadratmeterpreis von durchschnittlich 6.900 €/m² bezahlt (+3,8 % gegenüber Frühjahr 2018), beides auf den guten Wohnwert bezogen."

"Anders als im gehobenen Marktsegment ist der Nachfragedruck im unteren und mittleren Preissegment aktuell deutlich höher", so der IVD-Marktberichterstatter Dirk Karge, "da kaum Neubauwohnungen mit einfachem oder mittlerem Wohnwert entstehen." Ein Angebot an erschwinglichem Wohnraum im Stadtgebiet ist derzeit kaum vorhanden.

Am Häusermarkt beträgt die Kaufpreissteigerung im Halbjahresvergleich zwischen +3 % und +4 %. Der Kaufpreis für ein freistehendes Einfamilienhaus liegt in Stuttgart aktuell bei durchschnittlich 1.045.000 €. Für eine Doppelhaushälfte aus dem Bestand werden 625.000 € bezahlt (alle Objekttypen beziehen sich auf den guten Wohnwert).

Angesichts des hohen Preisniveaus in Stuttgart werden die Landkreise um die Landeshauptstadt herum für potenzielle Käufer zunehmend interessanter. Insbesondere Eigennutzer wie junge Familien ziehen es vor, in die Umlandgemeinden abzuwandern, was allerdings die Preisentwicklung in der Peripherie beflügelt. Bei der Kaufentscheidung spielen neben dem Kaufpreis und der Objektqualität auch die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel bzw. ein Autobahnanschluss eine außerordentliche Rolle.

Die schwierige Situation auf dem Wohnimmobilienmarkt hat die Politik dazu bewogen, das Bestellerprinzip für Immobilienverkäufe zu prüfen. Keine positive Wirkung würde das teilweise diskutierte Bestellerprinzip entfalten. Hierbei handelt es sich, wie auch bei Wohnungsvermietungen, um ein unechtes Bestellerprinzip, wonach letztendlich nur noch der Verkäufer Provision zahlen soll. Damit würde ganz massiv in das Prinzip der Vertragsfreiheit eingegriffen.

Den regional sehr unterschiedlichen Marktgegebenheiten würde hierdurch in keiner Weise Rechnung getragen. Es wäre z.B. auch nicht mehr möglich, dass sich Käufer und Verkäufer die Provision teilen, was eine durchaus faire Lösung ist und die Funktion des Maklers als seriöser Vermittler zwischen beiden Seiten unterstreicht.

In Märkten mit einem breiten Angebot an Wohnungen ist es im Einzelfall denkbar, dass die volle Provision vom Verkäufer getragen wird; umgekehrt trägt der Käufer teilweise in Märkten mit knapperem Angebot die Provision. In Süddeutschland ist es in vielen Regionen üblich, dass sich Käufer und Verkäufer die Provision teilen. Dies hängt aber stark von regionalen Gegebenheiten, den Spezifika der Immobilie und vom Marketing-Konzept ab, auf das sich der Verkäufer und der Makler, bezogen auf die jeweilige Immobilie, verständigen.

Schließlich profitieren auch Käufer wie auch Verkäufer in hohem Maße von der Dienstleistung des Maklers, der viel mehr macht als nur den Abschluss eines Kaufvertrages zu vermitteln. Insofern sollte es weiterhin möglich sein, dass auch Käufer als Auftraggeber gelten.

Der Mietmarkt in Stuttgart

Auf dem Mietwohnungsmarkt besteht aktuell ein starker Angebotsmangel bei kleineren Wohnungen in der Größenordnung bis maximal 70 m², hier hat sich der Markt zugunsten der vermehrten Errichtung größerer Wohnungen in den vergangenen Jahren ausgedünnt.

Der aktuellen Erhebung des IVD-Instituts zufolge liegen die Mietpreise in Stuttgart im Herbst 2018 wie folgt: Altbauwohnungen 14,10 €/m², Wohnungen aus dem Bestand 14,00 €/m² und neuerrichtete Mietwohnungen 15,50 €/m². Für eine Doppelhaushälfte/Bestand zur Miete werden durchschnittlich 1.990 € bezahlt (jeweils auf den guten Wohnwert bezogen).

"Seit Frühjahr 2014 geht die Schere zwischen den Kauf- und Mietpreisen in Stuttgart deutlich auseinander", so der IVD-Marktberichterstatter Jörg Kinkel. Im 10-Jahresvergleich nahmen die Mietpreise für Bestandswohnungen in Stuttgart um +44 % zu. Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen aus dem Bestand legten in gleichem Zeitraum deutlich stärker zu und erreichten ein Plus von 87 %.

Bei neuerrichteten Wohnungen ist diese Entwicklung noch gravierender. Während die Kaufpreise für neugebaute Eigentumswohnungen im 10-Jahresvergleich um mehr als das Doppelte (+109 %) anzogen, stiegen die Mieten der Neubau-wohnungen fast um ein Drittel (+31 %) an.

Im Einzelnen berichtete Prof. Stephan Kippes von folgenden marktrelevanten Trends:

  • Im September 2018 gab die Deutsche Bundesbank einen vorläufigen durchschnittlichen Zins für grundschuldgesicherte Darlehen heraus. Bei einer Laufzeit von über 10 Jahren lag der Zinssatz im Juli 2018 bei 1,95 % (Juli 2017: 1,92 %).
  • Die Zahl der Arbeitslosen ist in Baden-Württemberg im August 2018 im Vergleich zum Vorjahresmonat rückläufig: 203.782 Menschen suchen landesweit einen Job. Die Arbeitslosenquote betrug 3,3 %.
  • In Stuttgart lag die Arbeitslosenquote im August 2018 bei 14.717 Erwerbslosen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum lag die Veränderung bei -8,7 %. Die Arbeitslosenquote lag 3,4 %.

Download PN 86 als PDF-Datei

Prof. Dr. Stephan Kippes
Tel. 089 / 29 08 20 - 13
Fax 089 / 22 66 23
E-Mail: presseivd-sued.net

Ansprechpartner

Andrea Peschke
Tel.: 089 / 29 08 20 - 22
Fax: 089 / 22 66 23
E-Mail

Nicole Seidel
Tel.: 089 / 29 08 20 - 21
Fax: 089 / 22 66 23
E-Mail

IVD-Werbe- und Partnerkonzept

Ihre Kunden sind Immobilienmakler, Verwalter, Bauträger, Sachverständige und weitere Immobilien-Professionals, dann präsentieren Sie sich und Ihre Angebote auf den IVD-Kongressen oder in den IVD-Publikationen und profitieren dabei von einem zielgruppengenauen Kundenumfeld.

Alle Werbemöglichkeiten haben wir in diesem Folder zusammengefasst. Die Veranstaltungstermine finden Sie nachstehend.

Bei Rückfragen sind wir nur einen Telefonhörer entfernt.


Anprechpartner
Nicole Seidel
089 / 29 08 20 21

 

seidelivd-sued.net

Seminarbroschüre 2019 hier als Download

IVD-Shop

IVD Marktberichte Bayern

Wohnimmobilien Kaufobjekte - Wohnimmobilien Mietobjekte - Gewerbeimmobilien Office/Retail + Rendite/Investment

IVD RegionalReporte

Allgäu - Bodensee - Nürnberg-Erlangen-Fürth - Münchner Umland

IVD CityReporte

Groß- und Mittelstädte in Baden-Württemberg und Bayern

IVD Preisspiegel Baden-Württemberg und Bayern

Wohn- und Gwerbeimmobilien